Geschichte und Kultur der Roma und Sinti

Volkslieder

Was brauch ich Kohle,
was brauch ich Eisen?
Meine schwarzen Hände
haben keine Arbeit.

Hammer und Zange
machte mein Vater
für mich zum Arbeiten
für mich zum Schutz.

Mit meinen Zangen
halt ich drei Drähte.
Ist was zerbrochen,
ich mach es ganz.

(Aus Polen)

Wir spielen nicht mehr auf
in dem Wirtshaus an der Straße
das letzte Mal, da hat man’
den Bruder mir erschlagen.

Und meine kleine Schwester,
sie ist davongelaufen.
Hat geweint, bis ihre Schürze
mit Tränen angefüllt war.

Und meine arme Mutter
ist hinterher gelaufen,
hat die Tränen aufgesammelt,
die sie verloren hat.

(Aus Polen)

Gott, ach Gott, wie du mich strafst,
meine Jugend ist verflossen.
Meine Jugend, ach, und meine Schönheit
sind zerronnen wie das Wasser.

Sind zerronnen, sind verflossen
wie das Wasser im Torysa.

Kommt der Tod, was bleibt mir dann?
Ach, ein feines Totenhemdchen.
Gott, ach Gott, was soll ich machen,
wenn ich ohne Kinder sterbe?

Und was tut es, dass ich schwarz bin?
Es wird dich mein Fluch nicht treffen.
Einmal doch wird er dich treffen,
ach, mein Liebster ist gestorben!

Ach verronnen, ach verflossen
wie das Wasser, wie das Wasser.

Kommt der Tod, was wird mir bleiben?
Nur ein weißes Leichentuch.
Über mir ein Leichentuch
und meine Kinder um mich her.

(Aus der Slowakei. Gesungen von Eva Gáborova, Varhaňovce)

Ich hab meiner Frau versprochen,
ich trink keinen Schnaps mehr zur Nacht.
Hab Schnaps gekauft, hab Schnaps getrunken,
hab an meine Kinder nicht gedacht.

(Aus der Slowakei. Gesungen von František und Martina Ďudovci, SoÎ)

Zu dem Bahnhof bin ich hin
auf meine Mutter warten.
Auf meine Mutter warten
in dieser großen Kälte.

Da geht sie hin, da geht sie hin
mit fliegenden Haaren,
mit fliegenden Haaren,
mit weinenden Augen.

(Aus der Slowakei. Gesungen von Milon Miki und Martin Bili, Petrova)

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