Geschichte und Kultur der Roma und Sinti

Das Lager Lackenbach

Das Lager Lackenbach im Burgenland

Das Lager Lackenbach im Burgenland

Auf österreichischem Gebiet war das größte Arbeitslager das „Zigeuner-Anhalte- und Arbeitslager” in Lackenbach, Burgenland. Sinti aus Wien, der Steiermark und Deutschland wurden dort eingewiesen und auch die Burgenland-Roma. Im Burgenland wurden die Häuser der Roma, die man festgenommen hatte, sofort geplündert und bis auf die Grundmauern abgerissen. Anfangs arbeiteten die Häftlinge im Lager und auf den Feldern und in einem Sägewerk, die zum Lager gehörten. Da es durch den Krieg immer weniger Arbeitskräfte im Land gab – wurdn die Häftlinge immer mehr auch außerhalb des Lagers eingesetzt: beim Reichsautobahnbau, beim Straßenbau, beim Regulieren von Bächen, beim Wehrbau, in Ziegeleien, in Mühlen, in Fabriken, in Wirtshäusern und auf Bauernhöfen. Kinder und Jugendliche vergab man an Guts- und Forstbetriebe. Die Häftlinge mussten 8-11 Stunden am Tag arbeiten und erhielten dafür 10% ihres Lohnes. Der Rest ging an die Lagerkasse. Das Lager war vorher ein Gutshof der Grafen Esterhazy gewesen. Die Lagerleitung wohnte im Gutshaus, und die Häftlinge in den früheren Schafställten. Dort schliefen sie auf Stroh, das aufgeschüttet wurde. Erst als im Winter 1941/42 eine Typhus-Epidemie ausbrach, wurden Wohnbaracken, Waschräume und Latrinen gebaut. Solange die Epidemie wütete, wurde das Lager von außen abgeschlossen und die kranken Häftlinge ihrem Schicksal überlassen. Medizinische Versorgung gab es nicht. Über 200 Menschen starben allein bei dieser Epidemie.

Die Lagerordnung war streng, und wenn jemand gegen sie verstieß, zum Beispiel während der Arbeit redete oder rauchte, dann wurde er oder sie mit Einzelhaft, Essensentzug, Prügeln oder besonders schwerer Arbeit bestraft.

Die Menschen, die für die Arbeit zu schwach, zu krank, zu alt oder zu jung war, konnte man nicht brauchen. Sie wurden in die Vernichtungslager in Polen geschickt und dort ermordet. Das größte Vernichtungslager war Auschwitz. Viele Menschen starben auch an Krankheiten oder an Erschöpfung. 35 bis 40 Kinder wurden im Lager mit vergifteter Mich ermordet.

Internierte im Lager Maxglan

Internierte im Lager Maxglan

In den von den Nationalsozialisten beherrschten Gebieten hat es Dutzende solcher Arbeitslager für Roma gegeben. Überall waren die Bedingungen ähnlich grausam wie in Lackenbach. Viele Menschen sind in den Arbeitslagern an Unterernährung und an den Seuchen zugrunde gegangen. Viele wurden in den Arbeitslagern ermordet und noch mehr wurden in die Vernichtungslager deportiert.

Familien warten auf die Deportation, Deutschland 1939

Familien warten auf die Deportation, Deutschland 1939

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